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Berichte aus 2016

Feuerwehr Geänderte Gesetzeslage wird unterschiedlich bewertet

Sind es nur Tropfen auf den heißen Stein? Oder entflammt durch die Änderung bei manchen die Leidenschaft für den Einsatz in der Feuerwehr neu? Da gehen die Meinungen im Kreis Birkenfeld auseinander. Ein geändertes Brand- und Katastrophenschutzgesetz wurde dieser Tage verabschiedet. Es soll Erleichterungen für Angehörige von Wehren bringen und so den unter Nachwuchsmangel leidenden freiwilligen Feuerwehren helfen. Künftig sind zum Beispiel Mitgliedschaften bei mehreren Feuerwehren möglich – etwa am Wohnort sowie dem Arbeits- oder Studienort. Zudem dürfen unter bestimmten Umständen Angehörige von Wehren über 63 Jahren weiter bei Einsätzen
mitmachen. Darüber hinaus sollen Feuerwehrleuten bei Einsätzen anfallende Kosten für Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen unter bestimmten Umständen erstattet bekommen. Ein Änderungsantrag der CDU, der unter anderem Anerkennungsprämien für langjährig engagierte Ehrenamtliche vorsah, wurde abgelehnt.

Fuhr: Frage der Wahrnehmung
Kreisfeuerwehrinspekteur Eberhard Fuhr betont: „Eine Geldprämie wäre nur fair gewesen.“
Ein Schritt in die richtige Richtung sei allerdings, Feuerwehrangehörige über 63 Jahren zu Einsätzen hinzuziehen zu können. „Da haben wir sehr fitte, engagierte Leute. In diesem Alter zu sein, bedeutet heute ja nicht mehr, zum alten Eisen zu gehören.“ Für manche breche eine Welt zusammen, wenn sie wegen der Altersgrenze „ausgemustert“ werden müssten. Der Zeitgeist sei ein anderer: „Und dann macht die neue Regelung durchaus Sinn.“ Andererseits: Letztlich verschiebe sich das Problem des Rückgangs der Aktivenzahl, der in erster Linie der demografischen Entwicklung geschuldet sei, nur nach hinten. Das Erstatten der Kosten für möglicherweise anfallende Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen könne man zumindest mal als eine Art Anreiz und Wahrnehmung ehrenamtlicher und gesellschaftlich wichtiger Arbeit betrachten, betont der 56-Jährige, der der dienstälteste Feuerwehrinspekteur in Rheinland-Pfalz ist. Die Fläche abzudecken, Tageseinsätze zu absolvieren: Das werde nicht einfacher. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Aktiven im Kreis Birkenfeld von 1900 auf 1600 zurückgegangen. Bambiniwehren, Kooperationen mit Schulen wie der IGS Herrstein/Rhaunen: Das seien Ansätze, die weiterverfolgt werden müssten. Ganz hervorragend laufe unterdessen die Zusammenarbeit auf politischer Ebene: „Alle ziehen mit. Das ist klasse. Das muss man auch mal sagen.“

Marco Braun, stellvertretender Wehrleiter der VG Baumholder, kommentiert: „Die neuen Reglungen sind eine lobenswerte Sache. Jede Hilfe ist in unserer ehrenamtlichen Arbeit willkommen.“ Feuerwehr, das sei letztlich aber auch eine Lebensweise und Lebenseinstellung: „Das lässt sich nicht 100-prozentig ausgleichen. Egal, welche Anreize man setzt.“ Der Feuerwehr ergehe es wie anderen Vereinen auch: „Wir leiden unter der demografischen Entwicklung.“ Zudem seien mit Blick auf die Gesetzesänderung noch einige Details zu klären. Jörg Riemer, Wehrleiter der Stadt Idar-Oberstein, stimmt Braun zu: „Mir ist das Ganze noch zu schwammig. Lohnausfall wird ja ohnehin gezahlt. Aber Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen? Solche Fälle hatten wir noch nie.“

Weitere Fusionen nötig
Riemer ergänzt: „Wir haben über 60-Jährige, die mit Atemschutz im Einsatz sind. Warum auch nicht, wenn sie fit sind? In den vergangenen drei Jahren sei die Zahl der Aktiven leicht angestiegen, was auf die gute Jugendarbeit zurückzuführen sei. 151 Feuerwehrleute sind es aktuell. Sein Herrsteiner Kollege, Nils Heidrich, ist nicht davon überzeugt, dass die Änderungen in der Praxis viel weiterhelfen. Besondere Vergünstigungen wären sicher zielführender gewesen, ist der Wehrleiter der VG Herrstein überzeugt. Noch mehr Fusionen der Wehren: Daran werde wohl perspektivisch kein Weg vorbeiführen. 500 Aktive hat die Verbandsgemeinde Herrstein zurzeit. Frank Stolz, Wehleiter der VG Rhaunen, kann der flexibleren Auslegung der Altersgrenze wenig abgewinnen: „Die Leistungsfähigkeit sinkt.“ Und: „Für mich ergibt auch die Kostenerstattung keinen Sinn. Einsätze funktionieren von einer Minute zur nächsten. Da kann ich ja nicht spontan eine Tagesmama rufen, auch wenn ich die bezahlt bekäme.“ 250 Aktive hat die Wehr der VG Rhaunen aktuell. Lars Benzel,
Wehrleiter der VG Birkenfeld, sagt über das neue Gesetz: „Wir können damit leben. Es hilft uns, die Zeit zu überbrücken. Ob es unsere Probleme löst, weiß ich aber nicht. Viel wichtiger ist es, dass wir bei der Rekrutierung von Nachwuchs erfolgreich sind.“ Die älteren Kameraden werden laut Benzel aber nur im Hintergrund und nicht mehr an vorderster Front – zum Beispiel als Atemschutzträger – eingesetzt. Er könne derzeit auch nicht sagen, wie viele ältere Wehrleute von der Möglichkeit Gebrauch machen, noch länger bei der Wehr zu bleiben. „Oft läuft es ja so, dass die Leute sagen, dass für sie mit 60 Jahren Schluss ist“, weiß Benzel aus Erfahrung.

„Mittlerweile haben wir viele Frauen im Team. Die Mädels geben richtig Gas.“
Kreisfeuerwehrinspekteur Eberhard Fuhr freut sich über den steigenden Frauenanteil, beobachtet aber dennoch einen eindeutigen Rückgang bei den Aktivenzahlen.

 
Bericht: Vera Müller und Axel Munsteiner
 
vom 08.03.2016
 
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