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Berichte aus 2018

Das Feuerwehrfieber packte sie schon als Kind
 

Gespräch Daniela Schmitt ist Heimbachs Wehrführerin

Daniela Schmitt ist seit 2013 Wehrführerin – in ihrem Heimatort Heimbach, wo sie auch aufgewachsen ist. Als sie anfing, war sie noch die einzige Frau an der Spitze einer Feuerwehr im Kreis Birkenfeld – inzwischen gibt es weitere. Ihr Vater und die beiden Brüder infizierten sie schon früh mit dem Feuerwehrvirus, ihre ersten Erfahrungen machte sie bei der Jugendfeuerwehr. Im Hauptberuf arbeitet die Wirtschaftsingenieurin bei der ADD in Trier als Sachbearbeiterin im Bereich Brand- und Katastrophenschutz. Mit der Nahe-Zeitung hat die 39-Jährige über Rauchmelder, Nachwuchssorgen und Frauenmangel bei der Feuerwehr gesprochen.

Frau Schmitt, Sie sind Wehrführerin und backen in Ihrer Freizeit gern. Steht neben Ihrem Ofen ein Feuerlöscher?
(lacht) Bei mir Zuhause stehen tatsächlich mehrere Feuerlöscher. Ich lasse auch keine Kabel eingesteckt, wenn ich das Haus verlasse. Was ich nach außen hin propagiere, muss ich auch selbst befolgen. Das ist auch beim Thema Rauchmelder so. Man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig funktionstüchtige Rauchmelder sind. Haben Sie denn welche?

Die habe ich abgeschraubt. Sie haben mich durch ihr ständiges Piepsen aus dem Schlaf gerissen.
Dann müssen Sie die Batterien wechseln. Rauchmelder retten Leben. Die Aufgabe des Bewohners ist es nicht, das Feuer zu löschen. Das Einzige, das bei einem Brand zählt, ist, aus der Wohnung rauszukommen. Selbst der günstigste Rauchmelder ist besser als gar keiner.
Andererseits ist der teuerste auch nicht unbedingt der beste. Es gibt da unterschiedliche Modelle. Viele rufen mich an und lassen sich das erklären. Mich kann gern jeder auf das Thema ansprechen.

Kann es von Nachteil sein, wenn man in seinem Heimatort bei der Feuerwehr Dienst tut, weil man die Brand- oder Unfallopfer persönlich kennt – und das womöglich schon seit der Kindheit?
Es ist von Vorteil, dass man die Leute kennt: Das ist einfacher, als wenn jemand Fremdes käme. Aber es ist immer tragisch, wenn jemand stirbt, den man kennt, wenn es sich bei einem Opfer um einen Freund oder eine Freundin handelt und einem die Angehörigen bekannt sind.

Verfolgt das, was Sie bei Ihren Einsätzen erleben, Sie noch Zuhause?
Auch wenn es auf die Tagesform ankommt und darauf, ob man die Leute kennt, ist es nicht so, dass mich das nachts nicht schlafen lässt. Jeder, der mit belastenden Einsätzen nicht so gut klarkommt, kann psychologische Hilfe bekommen. Es wird keiner mit seinen Sorgen allein gelassen.

Warum gibt es bei den Feuerwehren immer noch so wenige Frauen?
Ich weiß es nicht genau. Familienplanung? Unterschiedliche Interessen? Eigentlich glaube ich eher, dass es sich um ein Gesamtproblem handelt, das Frauen und Männer gleichermaßen betrifft: Es gibt immer weniger Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen.

Wie schlimm sind die Nachwuchssorgen bei der Heimbacher Feuerwehr?
Die Nachwuchssorgen sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wir haben aktuell 23 Mitglieder. Manchmal ziehen welche weg oder gehen in den Ruhestand. Es kam ein Quereinsteiger zu uns, den haben wir mehrmals gefragt, ob er mitmachen möchte. So was funktioniert nur über persönliche Ansprache, das muss konsequent laufen. Trotzdem ist die Ausbeute gering. Wir arbeiten auch mit der Grundschule und dem Kindergarten zusammen.
Mit der Bambinifeuerwehr haben wir zu Halloween eine Werbeveranstaltung organisiert.
Daraufhin kamen drei Kinder zu den Bambini. Wir hoffen immer wieder, dass wir die Kinder begeistern können. Das ist was anderes, als daheim vorm PC zu sitzen.

Warum scheuen sich viele vor einem solchen Ehrenamt?
Es ist nicht damit getan, drei Monate mal was zu machen. Wir sind verpflichtet, eine bestimmte Stundenanzahl im Jahr zu absolvieren. Denn es bringt nichts, zu wissen, wie die Werkzeuge aussehen, man muss sie auch handhaben können. Wir sind auch im Dorf präsent,
wir richten Sankt Martin aus, helfen beim Dorffest mit. Man gehört dazu. Es ist auch nicht so, dass ein völliges Desinteresse herrscht. Wenn die Sirene geht, merke ich schon, dass das die Leute interessiert. Wenn wir auf unserer Facebookseite über die Einsätze posten, merke ich das an den Klickzahlen. Es ist für die Leute eine kleine Sensation, wenn im Dorf was passiert, es ist ja immer jemand betroffen, den man kennt. Oft tauchen im Internet Videos von Bränden und Unfällen auf, noch bevor die Feuerwehr da ist. Dass die Leute ihre Smartphones zücken, ist inzwischen ganz normal. Für viele ist es auch einfacher zu kritisieren, als selbst Hand anzulegen.

Werden Sie in Ihrer Arbeit auch mal von Schaulustigen behindert?
Nein, das nicht. Wir wurden auch noch nie angegriffen, wie das in den Großstädten der Fall ist, wo alles sehr anonym ist. Wenn solche Dinge passieren würden, würde mich das sehr wütend machen.

Das Gespräch führte Silke Bauer

 

Foto: Silke Bauer

Daniela Schmitt gibt bei der Freiwilligen Feuerwehr Heimbach die Befehle. Seit gut fünf Jahren ist die Wirtschaftsingenieurin die Wehrführerin in ihrem Heimatort.

vom 02.03.2018

 

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