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Berichte aus 2018

Verteilung der Spenden teils problematisch
 

Hochwasser Infobrief für Geschädigte wird erstellt – Großes Lob für Feuerwehren

Kürzlich wurde damit begonnen, die bei der VG-Verwaltung Herrstein im Kellergeschoss eingelagerten Pellets, die durch das Hochwasser aufgequollen sind und bereits die Raumdecke nach oben gedrückt haben, abzusaugen. Gleichzeitig waren Elektriker am Werk, um das gesamte Netzwerk wieder auf Vordermann zu bringen. Das berichtet Maren Hoffmann von der VG-Verwaltung.
„In der vergangenen Woche war im Untergeschoss des Verwaltungsgebäudes sogar eine Mauer eingestürzt“, verriet Uwe Weber während einer Sondersitzung am Donnerstag (wir berichteten bereits). 2,80 Meter hoch habe das Wasser dort gestanden. Weber informierte betroffene Ortsbürgermeister sowie Vertreter der beiden VG-Verwaltungen und verschiedener Rettungsdienste unter anderem über den aktuellen Stand der Aufräumarbeiten. Derzeit würden allerorten die Schäden aufgenommen und analysiert. Die Probleme sind vielfältig: Im Kindergarten ist das Spielfeld nicht mehr existent, in der Schule das gesamte Erdgeschoss nicht nutzbar. Zudem sei ein Gutachter damit beauftragt worden, einige Brücken – die für Fahrzeuge gesperrt wurden – unter die Lupe zu nehmen und auf Bauschäden zu untersuchen.
Mit einem Ergebnis wird Ende dieser Woche, spätestens Anfang nächster Woche gerechnet.
Weber lobte unter anderem den beherzten Einsatz sämtlicher Feuerwehrleute. „Ihrem Engagement haben wir es zu verdanken, dass keine Menschenopfer zu beklagen sind“, stellte Weber heraus.
Derweil läuft die Verteilung von Kleider- und Sachspenden nur sehr schleppend an. So hat etwa das DRK in der Lagerhalle der Firma Adam, Langenfelder Straße 1, im Idar-Obersteiner Stadtteil Georg-Weierbach ein Depot mit gespendeter Kleidung eingerichtet. Betroffene des Hochwassers können dort mit einem Berechtigungsschein der VG Herrstein Kleidung mitnehmen (werktags von 9 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr geöffnet). Doch DRK Geschäftsführer Jörg Schmitt stellte ernüchternd fest: „Bislang war noch niemand da.“

Ortsbürgermeister sollen mit Geschädigten sprechen
VG-Bürgermeister Weber glaubt, dass sich viele Opfer schwer damit tun, die Angebote in Anspruch zu nehmen. Weber bat die Ortsbürgermeister, sich in ihren Dörfern umzuschauen und mit den Menschen zu sprechen. „Ihr kennt doch eure Leute“, sagte er.
In diesem Zusammenhang bat Rhaunens VG-Büroleiter Wolfgang Petry darum, dass Betroffene des Unwetters der Verwaltung möglichst schnell mitteilen, was benötigt wird. Bei der Verwaltung wird eine Liste mit Sachspenden geführt, die bei Bedarf beim Spender abgeholt werden und direkt an den Empfänger geliefert werden sollen. „Viele Spender wollten etwa Möbel nur bis zu einem gewissen Tag aufbewahren“, erklärte Petry.
Probleme anderer Art ergaben sich in einem Sachspendenlager. Dort tauchte eine Familie auf, nahm unter anderem eine Carrera-Rennbahn mit, und später stellte sich heraus, dass diese Leute überhaupt nicht von Hochwasser oder Starkregen betroffen sind.
Nicht ganz einfach ist auch die Verteilung der auf den Spendenkonten eingegangenen Gelder.
Verschiedene Töpfe wurden gebildet. Oft sei aber durch einen ungenauen Verwendungszweck nicht eindeutig, welchem Topf der Betrag zugerechnet werden soll.

Findige Geschäftemacher verlangen für Trocknungsgeräte hohe Gebühr
Weiteres Manko: Trocknungsgeräte sind derzeit Mangelware. Die Wartezeit beträgt 14 Tage.
Findige Geschäftemacher außerhalb des Kreises Birkenfeld nutzen dies aus und bieten diese Geräte an – für 45 Euro Leihgebühr pro Tag. Darauf reagiert hat die Raiffeisenbank Nahe Fischbach. Das Institut will 30 Trocknungsgeräte kaufen und kostenlos verleihen. Wenn die Geräte auf Lager sind, erfolgt eine Benachrichtigung.
Auch sonst sei die Hilfsbereitschaft enorm, betonte Bürgermeister Weber. Das wurde während der Sondersitzung deutlich. Privatleute, darunter sogar Kinder, Geschäfte und Betriebe stellen Geld zur Verfügung. So sei durch die Großzügigkeit mehrerer Banken und
Stiftungen bereits ein sechsstelliger Betrag zusammengekommen. Zahlreiche Geschäfte gewähren überdies bei Vorlage eines Berechtigungsscheins Rabatte, und Herrsteins VG Werkleiter Horst Kürschner kündigte an, Hochwasser- und Starkregengeschädigten bei der Wasserabrechnung entgegenkommen zu wollen. Details sollen mit den VG-Werken in Rhaunen abgestimmt werden.
Unterdessen wird derzeit ein Rundschreiben mit Informationen rund um die Opferhilfe erstellt. Das Papier soll über die Ortsbürgermeister den Weg zu den Hilfesuchenden finden.

Total erledigt sind die Feuerwehrleute am Tag nach dem ersten Hochwasser. Die meisten von ihnen haben die ganze Nacht durchgearbeitet und geholfen, Menschen zu retten, entstandene Schäden zu beseitigen und Präventivmaßnahmen zu ergreifen.

vom 12.06.2018, Bericht: Andreas Nitsch

 

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